EinordnungUnternehmen2 Min. Lesezeit
Bund startet Reprivatisierung von Sefe ab Anfang 2027
Der Bund hat am 2. Oktober 2026 den Bewerbungsprozess für Kanzleien und Investmentbanker zur Reprivatisierung des Gaskonzerns Sefe gestartet, wie das Handelsblatt berichtet.
Von Ricarda Nolte, Redakteurin Märkte & Branchen, Meldungen

Bewerbungsprozess gestartet
Der Bund hat am 2. Oktober 2026 den Bewerbungsprozess für Kanzleien und Investmentbanker zur Reprivatisierung des Gaskonzerns Sefe gestartet, wie das Handelsblatt berichtet. Die Investment-Bank Lazard begleitet laut Handelsblatt den Prozess. Das Bundeswirtschaftsministerium sucht nach Kanzleien für die rechtliche Beratung, der Zuschlag soll laut Spiegel bis spätestens 1. November 2026 erfolgen. Der Verkauf soll Anfang 2027 beginnen.
Sefe ist laut Spiegel der mit Abstand größte Gasimporteur in Deutschland. Der Bund hatte die ehemalige Gazprom-Tochter nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine mit rund sechs Milliarden Euro gerettet und verstaatlicht, wie Handelsblatt und Spiegel berichten. Im Jahr 2025 erzielte Sefe laut Spiegel mit knapp 2200 Beschäftigten einen Umsatz von rund 15,5 Milliarden Euro.
Zwei Wege zur Privatisierung
Geplant sei laut Spiegel ein zweigleisiges Verfahren, das entweder in einen Verkauf oder in einen Börsengang münde. Der Wert von Sefe wird laut Handelsblatt und Spiegel auf rund sechs Milliarden Euro geschätzt. Eine Kapitalerhöhung bis zu zwei Milliarden Euro für den Ausbau des Infrastrukturgeschäfts sei laut Handelsblatt und Spiegel geplant.
Die Reprivatisierung folgt auf eine Phase, in der der Bund die Gasversorgung stabilisieren musste. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche forderte Sefe Ende September 2026 auf, Gas einzukaufen und zu speichern, wie die Zeit berichtet. Die Gaspreise seien durch den Irankrieg hoch, berichtete die Zeit.
Was das für Berater heißt
Für Kanzleien und Investmentbanker öffnet sich ein Mandat mit einem Unternehmenswert von sechs Milliarden Euro. Der Zuschlag für die rechtliche Beratung soll bis spätestens 1. November 2026 erfolgen, der Verkaufsprozess beginnt Anfang 2027. Wer sich auf Energieinfrastruktur und Staatsunternehmen spezialisiert hat, kann sich bis Ende Oktober bewerben.
Für Energieunternehmer und Infrastrukturinvestoren bedeutet die Reprivatisierung, dass der größte deutsche Gasimporteur wieder privat geführt werden könnte. Ein Börsengang würde den Zugang für Investoren öffnen, ein Verkauf an einen strategischen Käufer die Marktstruktur verändern. Wer in Gasinfrastruktur investiert, muss ab Anfang 2027 mit einem neuen Wettbewerber oder Partner rechnen.