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Wirtschaftsräte empfehlen EU Lieferkettendiversifizierung

Der Sachverständigenrat Wirtschaft und der französische Conseil d'analyse économique empfehlen der EU, strategische Abhängigkeiten von China durch Diversifizierung kritischer Lieferketten abzubauen, nicht durch Pauschalzölle.

Von Ricarda Nolte, Redakteurin Märkte & Branchen, Meldungen

Wirtschaftsräte empfehlen EU Lieferkettendiversifizierung
Symbolbild: Erstes Blatt (KI-generiert)

Der Sachverständigenrat Wirtschaft und der französische Conseil d'analyse économique empfehlen der EU, strategische Abhängigkeiten von China durch Diversifizierung kritischer Lieferketten abzubauen, nicht durch Pauschalzölle. Die beiden Wirtschaftsräte veröffentlichten am 5. Oktober 2026 eine gemeinsame Stellungnahme, in der sie eine gezielte Strategie für eine neue Balance der Abhängigkeiten vorschlagen.

Die Autoren der Stellungnahme sind Xavier Jaravel, Sébastian Jean und Isabelle Méjean vom CAE sowie Gabriel Felbermayr, Monika Schnitzer, Achim Truger und Martin Werding vom Sachverständigenrat Wirtschaft. Sie argumentieren, China habe durch politische Weichenstellungen in strategischen Sektoren eine marktbeherrschende Stellung erreicht, die wesentliche Teile der verarbeitenden Industrie in der EU gefährde. Jüngste chinesische Exportbeschränkungen zeigten laut der Stellungnahme, dass strategische Abhängigkeiten als Druckmittel eingesetzt werden könnten.

Defensive Maßnahmen statt Pauschalzölle

Pauschalzölle seien nicht empfehlenswert, da sie eine kostspielige und wenig passgenaue Antwort darstellten, heißt es in der Stellungnahme. Stattdessen empfehlen die Wirtschaftsräte defensive Maßnahmen: Handelsabkommen sollten diversifiziert, Kriterien für wirtschaftliche Sicherheit bei öffentlicher Beschaffung und staatlicher Förderung definiert und Anreize für Unternehmen gesetzt werden, wie im Gesetz über kritische Rohstoffe vorgesehen.

Handelspolitische Schutzinstrumente sollten laut der Stellungnahme Antidumpingmaßnahmen wirksamer einsetzen und deren Geltungsbereich auf enge Substitute ausweiten, die von denselben Subventionen profitierten. Die EU solle ihre Verfahren straffen, mehr Ressourcen für Untersuchungen bereitstellen und eigene Vorschriften auf den Prüfstand stellen, um ein Eingreifen nicht unnötig zu verzögern.

Offensive Maßnahmen für Investitionen und Innovationen

Offensive Maßnahmen sollten nach Ansicht der Autoren bei Strategien ansetzen, die die Rahmenbedingungen für Investitionen, Gründungen und Innovationen verbesserten. Die Rolle des öffentlichen Beschaffungswesens bei der Innovationsförderung solle gestärkt werden. Wo eine heimische Fertigung für den Aufbau kritischer Schlüsselkompetenzen unerlässlich sei, könnten gezielte Vorgaben zum lokalen Wertschöpfungsanteil gerechtfertigt sein, heißt es in der Stellungnahme.