KapitalMeldung
Kartellamt gibt Kauf von Sidra durch Kemira nach Phase 2 frei
Das Bundeskartellamt hat am 18. September 2026 den Erwerb des Familienunternehmens Sidra Wasserchemie aus Ibbenbüren durch den finnischen Konzern Kemira nach vertiefter Prüfung freigegeben. Kemira nennt einen Kaufpreis von rund 75 Millionen Euro.
Von Jakob Steinhauer, Redakteur Kapital & Einordnung
rund 75 Mio. € (genannt von Kemira)
- Beteiligte
- Kemira Oyj (Käufer) · Sidra Wasserchemie GmbH (Zielunternehmen)
- Laufzeit
- Erwerb der Sidra Wasserchemie GmbH, Ibbenbüren (Eisensalze für Wasseraufbereitung)
- Übernahme
Entscheidungs-Register
Das Bundeskartellamt unter Präsident Andreas Mundt hat am 18. September 2026 den Erwerb der Sidra Wasserchemie GmbH aus Ibbenbüren durch den finnischen Chemiekonzern Kemira Oyj freigegeben. Vorausgegangen war ein Hauptprüfverfahren, die vertiefte zweite Phase der Fusionskontrolle. Kemira hatte den Kauf am 11. Februar 2026 angekündigt und einen Kaufpreis von rund 75 Millionen Euro genannt, vorbehaltlich üblicher Anpassungen. Tuija Pohjolainen-Hiltunen, Executive Vice President für das Wassergeschäft (Water Solutions) bei Kemira, nannte den Kauf damals einen weiteren Schritt auf dem Weg, Kemiras wasserbezogenen Umsatz zu verdoppeln.
Sidra ist ein Familienunternehmen mit Werken in Ibbenbüren und Bitterfeld und einem Vertriebsstandort in Belgien. Es liefert Eisensalze, die Wasserversorger und Kläranlagen zur Trinkwasseraufbereitung und zur Entfernung von Phosphaten einsetzen. Nach Kemiras Angaben erzielte Sidra 2024 rund 40 Millionen Euro Umsatz und ein EBITDA von rund 10 Millionen Euro; die mehr als 60 Beschäftigten sollen zu Kemira wechseln. Kemira produziert in Deutschland Eisen- und Aluminiumsalze in Dormagen und Rheinberg.
Mundt begründet die Freigabe so: „Unsere umfangreichen Ermittlungen haben gezeigt, dass Kemira und Sidra insbesondere bei Eisensalzen in Teilen Deutschlands und teilweise auch in Nachbarländern eine starke Marktstellung erreichen.“ Es gebe aber genug Wettbewerber im In- und Ausland. Weil Metallsalze selten weiter als 500 Kilometer transportiert werden, hat die Behörde die Lieferströme regional untersucht.
Rechnerisch zahlt Kemira etwa das Siebeneinhalbfache des genannten EBITDA von 2024. Für einen Inhaber zeigt der Fall die Reihenfolge: Die Kaufvereinbarung stand im Februar, Kemira erwartete den Abschluss im ersten Halbjahr, die Freigabe kam im September. Wer an einen Strategen verkauft, der im selben Markt stark ist, sollte ein Hauptprüfverfahren in den Zeitplan einrechnen.
Quellen
Quellen
- Bundeskartellamt: Bundeskartellamt: Bundeskartellamt gibt Erwerb von Sidra durch Kemira frei, Pressemitteilung vom 18. September 2026(18. September 2026)Primärquelle
- Kemira Oyj: Kemira: Kemira strengthens its Water Solutions business with the acquisition of SIDRA Wasserchemie, Pressemitteilung vom 11. Februar 2026(11. Februar 2026)Tier 2
Laut Erstes Blatt
„Das Bundeskartellamt hat am 18. September 2026 den Erwerb des Familienunternehmens Sidra Wasserchemie aus Ibbenbüren durch den finnischen Konzern Kemira nach vertiefter Prüfung freigegeben. Kemira nennt einen Kaufpreis von rund 75 Millionen Euro.“
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