KapitalMeldung
Jahressteuergesetz 2026: Nachzahlungszinsen steigen auf 3,6 Prozent
Der monatliche Zinssatz steigt laut Drucksache 21/8283 von 0,15 auf 0,3 Prozent. Seit 2019 lag der Jahreszinssatz bei 1,8 Prozent.
Von Jakob Steinhauer, Redakteur Kapital & Einordnung

Der monatliche Zinssatz steigt laut Drucksache 21/8283 von 0,15 auf 0,3 Prozent. Seit 2019 lag der Jahreszinssatz bei 1,8 Prozent.
Der neue Zinssatz gilt laut Entwurf auch für Erstattungszinsen, die Steuerpflichtige bei Steuererstattungen erhalten. Nach der Abgabenordnung beginnt der Zinslauf für Nachforderungen und Erstattungen grundsätzlich 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist.
Einordnung
Die Verdoppelung betrifft Unternehmen und Selbstständige, deren Steuerbescheide erst Jahre nach der Veranlagung ergehen. Das gilt laut Entwurf auch für Erstattungen: Wer Geld vom Finanzamt zurückbekommt, erhält künftig ebenfalls 3,6 Prozent Zinsen.
Neben der Zinserhöhung sieht der Entwurf laut Bundestag vor, dass Freibeträge für Kinder mit Wohnsitz in anderen EU-Staaten ungekürzt gewährt werden. Die Änderung geht auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes zurück, der die Kürzung von Familienbeihilfen bei Arbeitnehmern, deren Kinder in einem anderen Mitgliedstaat leben, als Verstoß gegen Unionsrecht bezeichnete.
Für ausländische Großaktionäre mit Beteiligungen von mindestens zehn Prozent an deutschen Kapitalgesellschaften sieht das Gesetz laut Entwurf Änderungen vor, um missbräuchliche Gestaltungen aufdecken zu können. Die Freigrenze für ins Ausland gezahlte Lizenzgebühren wird angehoben. Ab 2027 sollen Einkommensteuerbescheide und Widerspruchsbescheide nur noch elektronisch übermittelt werden, wenn die Steuerzahler über ein ELSTER-Konto verfügen.
Der Informationsaustausch mit ausländischen Steuerbehörden über Einkünfte aus Onlineplattformen wird auf Anbieter in Drittstaaten ausgeweitet. Bisher erfolgte dieser Austausch laut Bundestag nur innerhalb der Europäischen Union.
Quelle
- Bundestag: Jahressteuergesetz 2026 eingebracht (2. Oktober 2026)bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1222184
Laut Erstes Blatt
„Der monatliche Zinssatz steigt laut Drucksache 21/8283 von 0,15 auf 0,3 Prozent. Seit 2019 lag der Jahreszinssatz bei 1,8 Prozent.“
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