Ausgabe vom Donnerstag, 24. September 2026
Erstes Blatt

Märkte & BranchenMeldung

IG Metall fordert 5 Prozent, Gesamtmetall verweist auf die Krise

Der Vorstand der IG Metall hat am 23. September 2026 die Forderung für die Metall- und Elektroindustrie beschlossen: 5 Prozent mehr Geld, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in Boom-Betrieben und Regeln zur Beschäftigungssicherung. Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter sagt, die Forderung ignoriere „die Dimension und Tiefe der Krise“.

Von Ricarda Nolte, Redakteurin Märkte & Branchen, Meldungen

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, geht mit einer Forderung von 5 Prozent mehr Geld in die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. Der Vorstand der Gewerkschaft hat das Paket am 23. September 2026 beschlossen, einen Tag nach den regionalen Tarifkommissionen. Dazu gehören eine bessere Bezahlung in den unteren Entgeltgruppen, tarifliche Regeln zur Sicherung von Beschäftigung und Standorten und, neu, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in Betrieben mit guter wirtschaftlicher Lage. In der Branche arbeiten nach Angaben der IG Metall mehr als 3,7 Millionen Menschen.

„Wir gehen mit kämpferischem Realismus in die Verhandlungen“, sagte Benner. Tarifvorständin Nadine Boguslawski begründet die Gewinnbeteiligung so: „Wer außergewöhnlichen Erfolg erarbeitet, soll auch am Erfolg beteiligt werden.“ Die Gewerkschaft stützt sich auf eigene Erhebungen. Danach ist der Auftragsbestand in zwei Dritteln der Unternehmen gut oder sehr gut, vor allem bei Schiffbau, Schienenfahrzeugen, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt und Rüstung. Bei einem Drittel, besonders in der Autoindustrie und im Maschinenbau, sei die Lage schlecht bis sehr schlecht.

Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter, Mitinhaber und Geschäftsführer des Maschinen- und Anlagenbauers R. Scheuchl GmbH im bayerischen Ortenburg, reagierte am selben Tag. „Wir haben in der kommenden Tarifrunde nicht den Luxus, über die Verteilung von Zuwächsen zu verhandeln“, sagte er. Der Verband verweist auf 350.000 verlorene Arbeitsplätze seit 2019. Die Beschäftigung sank nach Gesamtmetall-Angaben im Juli auf 3,715 Millionen, den tiefsten Stand seit Januar 2014. Die Branchen, auf die sich die IG Metall beruft, stellen laut Gesamtmetall 236.000 der 3,712 Millionen Beschäftigten, nach Abzug von Doppelzählungen etwa 4,5 Prozent.

Die regionalen Verhandlungen beginnen am 7. Oktober. Die Entgelttarifverträge laufen am 31. Oktober aus; ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich.

Was das für Unternehmer heißt

Beide Seiten zeichnen eine gespaltene Branche, sie ziehen nur unterschiedliche Schlüsse daraus. Für Inhaber tarifgebundener Betriebe entscheidet sich deshalb weniger an der Prozentzahl als an den Regeln für Krisen- und Boom-Betriebe, ob der Abschluss zur eigenen Lage passt. Die seit 2021 geltende Automatische Differenzierung knüpft an die Nettoumsatzrendite an, laut Gesamtmetall mit einer Schwelle von 2,3 Prozent. Wer seine eigene Rendite nahe dieser Marke hat, sollte sie vor dem Abschluss kennen.

Quellen

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Der Vorstand der IG Metall hat am 23. September 2026 die Forderung für die Metall- und Elektroindustrie beschlossen: 5 Prozent mehr Geld, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in Boom-Betrieben und Regeln zur Beschäftigungssicherung. Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter sagt, die Forderung ignoriere „die Dimension und Tiefe der Krise“.

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