Strategie & FührungMeldung
Evonik schließt Hamburg und Bitterfeld, rund 90 Stellen betroffen
Evonik will 2027 zwei kleine deutsche Standorte schließen: Hamburg mit rund 50 und Bitterfeld mit rund 40 Beschäftigten. Das teilte der Konzern am 11. September 2026 mit. Interimschef Claus Rettig begründet den Schritt mit zu stark zersplitterten Strukturen.
Von Ricarda Nolte, Redakteurin Märkte & Branchen, Meldungen
Claus Rettig, Interims-Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG, will zwei kleine Standorte im deutschen Netz des Chemiekonzerns im kommenden Jahr schließen. Das hat Evonik am 11. September 2026 mitgeteilt. In Hamburg arbeiten rund 50 Beschäftigte an Kosmetik- und Pflegeprodukten, in Bitterfeld rund 40 in der Produktion von Chlorsilanen. Die Geschäfte selbst laufen weiter, aber an größeren Standorten.
Hamburg soll Mitte 2027 schließen. Die Kosmetik- und Pflegeaktivitäten der Business Line Care Solutions gehen an den Standort Essen Goldschmidtstraße, der schon heute der Schwerpunkt dieses Geschäfts ist. Bitterfeld schließt Ende April 2027. Als Grund nennt Evonik die Marktlage für hochreines Siliciumtetrachlorid, steigendes Angebot aus Asien und eine seit Längerem zu geringe Auslastung. Evonik hat nach eigenen Angaben alternative Betriebskonzepte, geringere Kapazitäten, eine vorübergehende Stilllegung und einen Verkauf geprüft und keine dieser Optionen für tragfähig gehalten. Kunden sollen vor allem aus Rheinfelden beliefert werden.
Rettig begründet die Entscheidung mit der Struktur des Konzerns: Produktion, Verwaltung und Labore seien „in einigen Bereichen zu stark fragmentiert“. Das führe zu unnötig hohen Kosten. Für die Beschäftigten will Evonik mit den Arbeitnehmervertretern in den kommenden Monaten möglichst sozialverträgliche Lösungen erarbeiten.
Die Schließungen kommen zu einem größeren Programm hinzu. Am 18. Juni hatte Evonik angekündigt, von 2027 bis Ende 2029 weltweit 3.200 Stellen abzubauen, davon 2.150 in Deutschland, und das Polyestergeschäft 2027 aufzugeben. Evonik erzielte 2025 mit rund 31.000 Beschäftigten 14,1 Milliarden Euro Umsatz.
Was das für Unternehmer heißt
Hier schließt ein Konzern Standorte, obwohl er die Produkte weiter verkauft. Er holt die Fertigung nur an größere Werke. Für Zulieferer und Dienstleister an kleinen Standorten großer Chemiekonzerne ist das ein Signal, die eigene Abhängigkeit von einem einzelnen Werk zu prüfen, bevor die Entscheidung dort fällt.
Quellen
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Laut Erstes Blatt
„Evonik will 2027 zwei kleine deutsche Standorte schließen: Hamburg mit rund 50 und Bitterfeld mit rund 40 Beschäftigten. Das teilte der Konzern am 11. September 2026 mit. Interimschef Claus Rettig begründet den Schritt mit zu stark zersplitterten Strukturen.“
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